Secret Path
Innenforschung – ein Übungsweg von Körper, Atem und Bewusstsein.
Eine Praxis für Menschen, die ihre eigene Erfahrung bewusst erforschen wollen.
Innenforschung ist ein Übungsweg, der über Körper, Atem und Wahrnehmung einen direkten Zugang zur eigenen Erfahrung eröffnet. Er verbindet eine fundierte pädagogische und psychologische Basis mit langjähriger Praxis in Meditation, Körperarbeit und kontemplativen Traditionen.
Im Zentrum steht die bewusste Erforschung des gegenwärtigen Erlebens – nicht über Konzepte, sondern über unmittelbare Erfahrung. Der „Secret Path“ bezeichnet dabei keinen verborgenen Inhalt, sondern die oft übersehene Möglichkeit, das, was da ist, klarer und unvermittelter zu erkennen. Veränderung entsteht nicht als Ziel, sondern als Folge eines feineren und wahrhaftigeren Umgangs mit inneren Zuständen.
Was dich hier erwartet
- ein ganzheitlicher Übungsweg zur Selbsterforschung & Entwicklung
- klare Orientierung über Körper, Atem und Wahrnehmung
- Meditation, Körperarbeit und Begleitung
- Yoga & die Praxis der 5 Elemente
- vertiefende Texte für den eigenen Weg
Warum diese Seite?
Diese Seite richtet sich an Menschen, die spirituelle Praxis als ernsthafte Erforschung von Erfahrung verstehen. Sie verbindet unmittelbare Praxis mit Reflexion, ohne den Kontakt zur Wirklichkeit des Körpers, des Atems und des gegenwärtigen Moments zu verlieren.
- Was ist Innenforschung?
- Wer ist AVAN?
- Wie wird gearbeitet?: Yoga & Die fünf Elemente
- Welche Angebote gibt es?
- Welche Texte vertiefen den Weg?
Yoga als Erfahrungsraum
Der Yoga-Ansatz, der diesem Weg zugrunde liegt, ist aus langjähriger persönlicher Praxis entstanden. Über viele Jahre hinweg wurden Atem, innere Wahrnehmung und energetische Arbeit kultiviert, unter anderem im Kontext tibetischer Tsa-Lung-Übungen. Diese Erfahrung prägt das Verständnis von Körper, Atem und Bewusstsein nachhaltig.
Aus dieser Praxis hat sich ein Transfer in die Struktur des Hatha Yoga entwickelt. Asana dient dabei bewusst als Vorbereitung: Sie stabilisiert, öffnet und richtet den Körper so aus, dass Atem und Wahrnehmung freier werden können. Im Zentrum stehen nicht äußere Perfektion oder sportliche Leistung, sondern ein klarer, reduzierter und zugleich tiefgehender Übungsweg.
Der Unterricht verbindet so die Tiefe innerer Praxis mit einer nachvollziehbaren und zugänglichen Form. Yoga wird nicht als Technik isoliert vermittelt, sondern als zusammenhängender Prozess, der von der körperlichen Ebene über den Atem in die innere Erfahrung führt.
Sharing
Ein zentraler Bestandteil der Praxis ist das sogenannte Sharing. Teilnehmende beschreiben ihre Erfahrung möglichst präzise und ohne vorschnelle Interpretation. Dadurch wird Wahrnehmung nicht nur stabilisiert, sondern auch intersubjektiv anschlussfähig.
Im Sharing wird sichtbar, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Übung erleben und wie stark individuelle Prägungen in jede Wahrnehmung eingehen. Biografische Prozesse können auf diese Weise indirekt sichtbar werden, ohne dass eine therapeutische Zielsetzung im Vordergrund steht. Lernen zeigt sich weniger im Erwerb neuer Inhalte als in einer veränderten Beziehung zur eigenen Erfahrung.
Für wen?
Innenforschung richtet sich an Menschen mit Meditationserfahrung, die eine eigenständige Sprache für ihre Erfahrungen entwickeln möchten, ebenso wie an Personen, die sich aus bestehenden spirituellen Kontexten lösen und ihre Erfahrung unabhängig untersuchen wollen. Sie steht auch Menschen ohne spirituellen Hintergrund offen, die ein präzises Interesse an der Erforschung ihrer Wahrnehmung haben.
Im Zentrum steht nicht die Frage, was Erfahrung bedeutet, sondern was sie ist.
Secret Path – die Bedeutung
„Secret Path“ bezeichnet keinen verborgenen Weg, sondern eine Form des Zugangs. „Secret“ ist dabei nicht im Sinne von Exklusivität gemeint, sondern als Hinweis darauf, dass sich dieser Weg nicht über Denken, Konzepte oder äußere Beobachtung erschließt. Er wird erst sichtbar im eigenen Erleben.
Was auf diesem Pfad erforscht wird, ist von außen nicht unmittelbar zugänglich: Körperempfindungen, Übergänge von Zuständen, feine Veränderungen in Wahrnehmung und Bewusstsein, die sich nur durch direkte Aufmerksamkeit zeigen. Ohne eigene Erfahrung bleiben sie abstrakt oder entziehen sich der Wahrnehmung. In diesem Sinn ist der Weg „geheim“: nicht, weil er verborgen wird, sondern weil er sich der rein intellektuellen Erfassung entzieht.
Gleichzeitig ist der Secret Path ein offener Prozess. Er entfaltet sich schrittweise und folgt keiner festen Ideologie, sondern einer erfahrbaren Dynamik. Ausgangspunkt ist das, was unmittelbar zugänglich ist: der Körper, der Atem, einfache Wahrnehmung. Mit zunehmender Differenzierung öffnen sich weitere Ebenen — subtilere Empfindungen, innere Bewegungen, Gedanken als beobachtbare Phänomene und schließlich Zustände, die sich jenseits gewohnter Selbstbeschreibungen bewegen.
Der Weg entsteht nicht durch Vorstellung, sondern durch Praxis. Methoden wie Asana, Berührung, Atem, Stille, Pranayama, Mudras, Mantras und gerichtete Aufmerksamkeit dienen als präzise Instrumente, um Wahrnehmung zu verfeinern. Entscheidend ist nicht, was erfahren werden soll, sondern wie erfahren wird: direkt, gegenwärtig und ohne vorschnelle Deutung.
So verstanden beschreibt Secret Path einen Erfahrungsraum, der jedem Menschen prinzipiell zugänglich ist — jedoch nur in dem Maß, in dem er tatsächlich gegangen wird.
Praxis
üben, realisieren - den Weg gehen!
Yoga der 5 Elemente
ein Weg von Körper, Atem und Bewusstsein
Dieser Kurs versteht Yoga als ganzheitliche Praxis, die Körper, Atem und innere Wahrnehmung miteinander verbindet.
Die fünf Elemente – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum – dienen dabei als Orientierung, um Stabilität, Fluss, Energie, Leichtigkeit und Weite im eigenen Erleben bewusst zu erfahren und auszugleichen.
Die Asanas werden gezielt als vorbereitende Praxis eingesetzt, um den Körper zu öffnen und den Atem zu vertiefen. Im Zentrum stehen Pranayama, Meditation sowie die Verfeinerung der inneren Wahrnehmung.
Typischer Ablauf einer Stunde:
- Ankommen und Ausrichtung
- Asana-Praxis entlang eines Element-Schwerpunkts
- Pranayama (vom feinen Atem zur energetischen Aktivierung)
- Meditation
Der Kurs richtet sich an Menschen, die Yoga als Weg der inneren Entwicklung und Balance erfahren möchten.
Zeit
letzter Sonntag im Monat, 15-18 Uhr
20-40€ nach Selbsteinschätzung.
Meditation
18.30-19.30 Uhr, 60min. (gegen Spende)
Ort
Am Fichtenberg 17
12165 Berlin
eine Anmeldung ist erforderlich!
Pranayama
Breathing Class
Atem-Gruppe
in dieser Gruppe üben & praktizieren wir verschieden Atemtechniken, diese können ausgleichende, beruhigende oder anregende Wirkung haben.
Je Stunde beginnt mit einer Lockerung und Aktivierung des Körpers, der inneren Sammlung und Rezitation von ausgewählten Mantren.
Zeit
letzter Sonntag im Monat, 8-11 Uhr.
20-40€ nach Selbsteinschätzung
Ort
Am Fichtenberg 17
12165 Berlin
eine Anmeldung ist erforderlich!
Persönliche Begleitung
& Bodywork
auf Anfrage (online und vor Ort)
- Yoga
Avan unterrichtet Hatha-Yoga mit Schwerpunkt auf spiritueller Entwicklung. In dieser Praxis wird Chakren, Mudras und Mantras derselbe Stellenwert beigemessen wie dem Üben von Asanas. Er betrachtet Yoga als einen Weg zu Ganzheitlichkeit, persönlicher Entwicklung und Transformation. --> mehr - Shiatsu & Lomimassage
- Individuelle Wegbegleitung
- Rituelle Einzelbehandlungen
zum Ausgleich der Elementequalitäten auf den Ebene der Koshas:
۞Annamaya Kosha (physische Hülle):
Der Körper aus Nahrung, der materielle Körper, der durch Asanas und bewusste Ernährung gepflegt wird.
۞Pranamaya Kosha (energetische Hülle): Die Hülle der Lebensenergie, die den Körper durchdringt und Funktionen steuert.
۞ Manomaya Kosha (mentale/emotionale Hülle): Sitz des Geistes, der Emotionen und des "Monkey Mind" (schnell ablenkbarer Geist).
۞ Vijnanamaya Kosha (intellektuelle Hülle): Hülle der Weisheit, des höheren Verstandes und der Intuition.
۞ Anandamaya Kosha (Hülle der Glückseligkeit): Die innerste Schicht, die der Seele am nächsten ist und Frieden sowie Freude erfährt.
Texte
Reflexion & Analysen
aus Erfahrungen, entstand der Wunsch & das Anliegen ein tieferes Verständnis zu erlangen.
Wie gehe ich den Weg?
Die spirituelle Dimension des Menschseins
Der Text „Die spirituelle Dimension des Menschseins“ entfaltet Spiritualität als einen erfahrungsbasierten Entwicklungsprozess, der auf die Vertiefung von Bewusstsein, innerer Haltung und ethischem Handeln abzielt. Bewusstsein wird dabei als dynamischer Prozess verstanden, der sich durch Selbstbeobachtung, Einsicht und Praxis erweitert. Zentrale Elemente sind die Kultivierung einer heilsamen Selbstbeziehung sowie die Entwicklung grundlegender Haltungen wie Achtsamkeit, Mitgefühl, Gleichmut und Weisheit.
Die Mantren der 5 Elemente
zur Rezitation
Die 5 Elemente
Die tibetische Fünf-Elemente-Lehre ist eine Grundlage der traditionellen tibetischen Medizin und Spiritualität, die den Menschen als Teil der Natur betrachtet. Die fünf Elemente – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum – gelten als grundlegende Bausteine des Lebens und der Existenz. Sie beeinflussen Körper, Geist und Umwelt gleichermaßen und stehen in einem dynamischen Gleichgewicht, das Gesundheit und Harmonie in den Menschen und ihrer Umgebung ermöglicht.
Die fünf Elemente im Detail
Erde
steht für Stabilität, Struktur und Beständigkeit, sie repräsentiert das Physische und Materielle.
Wasser
steht für Fluss, Flexibilität und Emotionen; es repräsentiert Anpassungsfähigkeit und Reinigung.
Feuer
symbolisiert Energie, Transformation und Klarheit, es ist verantwortlich für Wärme und geistige Klarheit.
Luft
steht für Bewegung, Aktivität und Vitalität; sie unterstützt Flexibilität und intellektuelle Offenheit.
Raum
steht für Weite, Freiheit und Potenzial und gibt allen anderen Elementen Raum, sich zu entfalten.
Zweck und Nutzen der Praxis
Die tibetische Fünf-Elemente-Lehre wird praktiziert, um das innere Gleichgewicht und die Harmonie mit der Umwelt wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Durch Meditationen, Atemübungen, Ernährung und Lebensweise kann man gezielt auf die Elemente einwirken, um Ungleichgewichte zu heilen und das Wohlbefinden zu fördern. Das Verständnis der Elemente hilft, sich selbst und seine Beziehungen zur Welt besser zu verstehen und ein gesundes, erfülltes Leben zu führen.
Der Zyklus von Tag und Nacht
Neurowissenschaftliche Analyse der Schlafpraxis
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Diese Arbeit analysiert Namkhai Norbus Dzogchen-Text Der Zyklus von Tag und Nacht aus vier komplementären Perspektiven: Neurowissenschaft, Quantenphysik, buddhistischer Philosophie (Herz-Sutra) sowie phänomenologischer Erfahrung.
Neurowissenschaftlich wird gezeigt, dass die beschriebenen Schlafpraktiken — Visualisierung, hypnagoge Übergangszustände, luzides Träumen — präzise mit bekannten Mechanismen kortikaler Aufmerksamkeitskontrolle, thalamischer Gating-Funktion und präfrontaler Reaktivierung im REM-Schlaf korrespondieren. Die Praxis wird als systematisches Training neuronaler Plastizität verstanden, das auf Bewusstseinskontinuität über alle Schlafstadien zielt.
Auf philosophischer Ebene wird der Text mit dem Herz-Sutra in Beziehung gesetzt: Beide beschreiben die Leerheit (Śūnyatā) der fünf Skandhas als Bedingung der Befreiung vom Leiden — der Dzogchen-Text liefert dabei die praktische Methode zur direkten Verwirklichung dessen, was das Herz-Sutra auf der Ebene der Lehre formuliert.
Die Quantenphysik wird als strukturelle Analogie herangezogen: Das Quantenvakuum — leer von konkreten Entitäten, aber voll latenter Potenzialität — entspricht phänomenologisch dem "klaren Licht" der Tiefschlafpraxis. Beide beschreiben einen Grundzustand jenseits manifester Phänomene, der dennoch nicht mit dem Nichts gleichzusetzen ist.
Methodisch wird eine vierfache Triangulation vorgeschlagen: phänomenologische Erfahrung, traditionelle Praxisanleitung, neurologische Messung und quantenphysikalische Modellierung als integrierter Zugang zu Bewusstseinszuständen, die keine Einzeldisziplin hinreichend erfassen kann.
Phasen der Meditation
Entwicklungsstufen, psychologische Prozesse und die Vermeidung typischer Selbsttäuschungen
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Der Artikel beschreibt Meditation als einen Prozess psychischer, neurobiologischer und existenzieller Veränderung. Trotz unterschiedlicher Begrifflichkeiten in verschiedenen Traditionen — von Samatha/Vipassana über Mahamudra bis Dzogchen — lassen sich sechs universelle Entwicklungsphasen identifizieren.
Die Phasen verlaufen von der Stabilisierung der Aufmerksamkeit über die emotionale Klärung und das Durchschauen automatisierter Ego-Muster bis zur Dekonstruktion der Ich-Fixierung. Darauf folgt die nicht-duale Einsicht — im tibetischen Buddhismus als Rigpa bezeichnet —, in der Subjekt und Objekt nicht länger als getrennt erfahren werden. Den Abschluss bildet die Integration: die lebenslange Aufgabe, Erkenntnis in Beziehung, Kommunikation, Ethik und Alltagshandeln zu verkörpern.
Ein besonderes Gewicht legt der Artikel auf die Erkennung typischer Selbsttäuschungen in jeder Phase — von spiritueller Überhöhung und emotionalem Bypass bis zur nicht-dualen Anmaßung. Sieben konkrete Werkzeuge zur Vermeidung solcher Fehler werden benannt, darunter regelmäßige Reflexion, somatische Aufmerksamkeit, Trauma-Informiertheit und die Rückkopplung durch andere Menschen.
Die Schlussfolgerung betont: Echte spirituelle Reifung zeigt sich nicht in außergewöhnlichen Zuständen, sondern in Mitgefühl, Klarheit und der Fähigkeit, im Alltag wach und offen zu bleiben.
Nahtoderfahrungen & induzierte Bewusstseinszustände
eine Synopse
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Der Text stellt eine Synopse zwischen drei Phänomenbereichen her: Nahtoderfahrungen (NDEs), dem tibetischen Bardo Thödol sowie bewusst induzierten Bewusstseinszuständen wie luziden Träumen, außerkörperlichen Erfahrungen (OBEs) und der Dzogchen-Praxis des klaren Lichts.
Trotz unterschiedlicher Kontexte, Auslöser und kultureller Deutungsrahmen zeigen alle vier Bereiche eine gemeinsame Kernstruktur: Lichterfahrung, Auflösung des Ich-Gefühls und transformative Wirkung auf Identität und Lebenspraxis. Die Unterschiede liegen weniger im phänomenalen Erleben als in Reihenfolge, Ziel und Interpretation — von der empirisch-phänomenologischen NDE-Forschung über die soteriologische Rahmung des Bardo Thödol bis zur neurowissenschaftlich untersuchten Schlafforschung.
Neurobiologisch lassen sich NDEs, OBEs und luzide Träume zunehmend mit messbaren Korrelaten in Verbindung bringen — Hypoxie, Temporallappenaktivität, präfrontale Reaktivierung und Gamma-Oszillationen. Beim Dzogchen hingegen steht die Forschung noch am Anfang, erste Studien mit erfahrenen Praktizierenden deuten jedoch auf ungewöhnliche Hirnaktivitätsmuster hin.
Die philosophische Herausforderung bleibt bestehen: Berichte von Bewusstsein bei flachem EEG oder im Tiefschlaf lassen sich mit rein materialistischen Bewusstseinsmodellen nicht widerspruchsfrei erklären. Der Text plädiert daher für eine integrative Bewusstseinsforschung, die neurophysiologische Daten mit phänomenologischen Erste-Person-Berichten und kontemplativer Erfahrungstradition systematisch verbindet.
Die Essenz spiritueller Meister
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Der Text destilliert die zentralen Einsichten großer spiritueller Meister verschiedener Traditionen und Epochen — von Buddha, Laozi und Jesus über Rumi und Ramana Maharshi bis zu zeitgenössischen Lehrern wie Thich Nhat Hanh. Trotz kultureller Unterschiede zeigt sich ein gemeinsamer Kern aus neun wiederkehrenden Einsichten.
Im Mittelpunkt steht die Erfahrung der Nicht-Dualität: die direkte, existenzielle Erkenntnis, dass die Trennung zwischen Ich und Welt eine Konstruktion des Geistes ist. Daraus folgt die Unterscheidung zwischen dem konditionierten Ego — nützlich, aber nicht das wahre Selbst — und einem tieferen, formlosen Bewusstsein, das unveränderlich und unvergänglich ist. Vergänglichkeit wird nicht als Bedrohung, sondern als Befreiungsweg verstanden: Leiden entsteht dort, wo festgehalten wird, was sich von Natur aus wandelt.
Weitere Kernthemen sind die Priorität des gegenwärtigen Moments als einzig realer Erfahrungsraum, Liebe als Grundstruktur des Bewusstseins jenseits bloßer Emotion sowie Stille als der eigentliche Lehrmeister — der Raum, in dem das Unnennbare erfahrbar wird. Der Rückzug vieler Meister in ein einfaches Leben erscheint dabei nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als natürliche Konsequenz ihrer Einsichten.
Die abschließende Paradoxie lautet: Der Weg endet nie — und ist doch immer schon vollständig, weil das wahre Selbst nie getrennt war.
Psychosynthese & Bodhisattva-Pfad
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Der Artikel untersucht, wie spirituelle Erfahrungen westlicher Menschen — darunter Zustände von Rigpa, filmartiger Wahrnehmung, spontaner Stille und wachsendem Mitgefühl — in zwei komplementäre Entwicklungsmodelle eingeordnet werden können: die Psychosynthese nach Assagioli und den Mahāyāna-Bodhisattva-Pfad mit seinen zehn Bhūmis.
Die Psychosynthese beschreibt Entwicklung als Weg vom persönlichen über das integrierte zum transpersonalen Selbst. Fortgeschrittene Zustände wie Entidentifikation und Zeugenbewusstsein gelten darin als Zeichen der Verbindung mit dem Höheren Selbst. Der Bodhisattva-Pfad ergänzt diese Perspektive durch eine ethisch-spirituelle Rahmung: Alltägliche Handlungen — bewusstes Reparieren, altruistisches Schenken, Mitgefühl auch für schwierige Menschen — lassen sich konkreten Bhūmis zuordnen und als Ausdruck reifender Praxis verstehen.
Ein zentrales Thema ist das Nebeneinander von spiritueller Klarheit und verbleibenden menschlichen Reaktionsmustern wie Ärger oder Ungeduld. Der Artikel argumentiert, dass dies kein Widerspruch ist: Spirituelle Realisierung vollzieht sich auf der Bewusstseinsebene, Gewohnheitsmuster hingegen auf der Persönlichkeitsebene. Beide können gleichzeitig bestehen — entscheidend ist, dass keine vollständige Identifikation mit den Mustern mehr stattfindet.
Abschließend werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Wege gegenübergestellt. Trotz unterschiedlicher Ausrichtung — westlich-humanistisch hier, buddhistisch-transzendent dort — ergänzen sie sich: Spirituelle Entwicklung ersetzt Menschlichkeit nicht, sondern vertieft sie.
Was ist Rigpa?
In der Bön-Tradition bezeichnet Rigpa ein besonders klares, unmittelbares Gewahrsein des Geistes, das nicht mit gewöhnlichem Denken oder analytischem Verstehen verwechselt werden darf. Gemeint ist vielmehr ein ursprüngliches Wissen, das sich selbst erkennt, ohne auf Begriffe oder gedankliche Konstruktionen angewiesen zu sein.
Für Laien lässt sich das so ausdrücken:
Rigpa ist das direkte Erkennen dessen, was der eigene Geist in seinem tiefsten Zustand ist, also kein Gedanke, sondern eine Form von reiner Klarheit und Wachheit. Ein zentraler Punkt der Bön-Lehre besteht darin, dass Rigpa nicht einfach eine Erfahrung unter vielen ist, sondern die Grundlage aller Erfahrungen überhaupt. Alles, was wir erleben – Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke oder auch Verwirrung – erscheint innerhalb dieses Gewahrseins. Rigpa ist somit nicht etwas, das irgendwann entsteht, sondern das, worin alle Erscheinungen überhaupt erst möglich sind. Im höchsten Lehrsystem der Bön-Tradition, dem Dzogpa Chenpo, gilt die Erkenntnis von Rigpa daher als Zentrum des gesamten spirituellen Weges und als höchste Form der Verwirklichung, wobei es nicht um intellektuelles Wissen geht, sondern um ein unmittelbares, stabiles Erkennen.
In diesem Zusammenhang stellt sich oft die Frage, ob es etwas außerhalb von Rigpa gibt. Die Antwort der Tradition lautet klar:
Nein, es gibt nichts außerhalb von Rigpa. Dennoch bedeutet das nicht, dass Menschen ständig in diesem Zustand leben oder ihn bewusst erfahren. Die Bön-Lehre unterscheidet hier zwischen Rigpa, dem klaren Gewahrsein, und ma rigpa, dem Nicht-Erkennen dieses Zustands. Dieses Nicht-Erkennen ist jedoch keine zweite Realität oder ein separater Bereich, sondern vielmehr eine Fehlwahrnehmung desselben Grundzustands.
Eine anschauliche Analogie ist der Himmel: Rigpa entspricht dem offenen, klaren Himmel, während Gedanken und Verwirrung wie Wolken sind. Auch wenn der Himmel durch Wolken verdeckt erscheint, befinden sich diese dennoch innerhalb des Himmels und nicht außerhalb von ihm. Ebenso ist Rigpa immer gegenwärtig, wird jedoch oft nicht erkannt. Um dies präzise zu verstehen, unterscheidet die Tradition zwischen einer absoluten und einer relativen Sichtweise: Aus absoluter Perspektive ist alles Ausdruck von Rigpa, und es existiert keine echte Trennung; aus relativer, alltäglicher Perspektive hingegen erleben Menschen sich als getrennt, und Rigpa erscheint verborgen. Beide Perspektiven beziehen sich auf dieselbe Wirklichkeit, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. In der Praxis geht es daher nicht darum, Rigpa zu erzeugen, sondern darum, es zu erkennen und diese Erkenntnis zu stabilisieren, typischerweise durch eine direkte Einführung und entsprechende meditative Praxis.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rigpa in der Bön-Tradition das grundlegende Gewahrsein des Geistes darstellt, als höchste Erkenntnis im Dzogpa Chenpo gilt und nichts außerhalb von ihm existiert; das, was als „anders“ erscheint, ist lediglich ein Nicht-Erkennen derselben zugrunde liegenden Wirklichkeit.
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(derzeit im Aufbau, Videos zu Spirituelen Themen sind in Vorbereitung)